In vielen Fällen ist der Verlust von Zähnen auch mit der Anwendung modernster Methoden der Zahnmedizin
nicht vermeidbar. Zahnimplantate können eine sinnvolle Alternative zum konventionellen “Reparatur”Zahnersatz darstellen. Nachfolgend erhalten Sie das Basiswissen über diese fortschrittliche Methode, um Ihre Entscheidung zu erleichtern. Eine individuelle Beratung erhalten Sie jederzeit in einem persönlichen Gespräch.
Implantate
„Implantare“ heißt lat
einisch „Einpflanzen“. Und nichts anderes verbirgt sich hinter diesem Begriff. Es werden nämlich künstliche Wurzeln – anstelle der fehlenden „Originalzähne“ – in den Kiefer gepflanzt. Dies ist möglich, wenn ein einzelner Zahn fehlt, was sich beispielsweise im Frontzahnbereich anbietet, um so keine weiteren Zähne für eine Brücke beschleifen zu müssen oder aber auch bei größeren Lücken oder kompletter Zahnlosigkeit. Heutige Materialien und Techniken ermöglichen diese Form der Behandlung bei fast allen auch noch so ungünstig erscheinenden Vorbedingungen.
„Schoene und gesunde Zahne sind neben Ihrer Bedeutung für Ihre allgemeine Gesundheit ein wichtiges Element eines harmonischen Gesichtsausdrucks und damit Ihrer persönlichen Ausstrahlung.“
- Die Bedeutung schöner und gesunder Zähne -
Das Implantat
Das Prinzip der Implantologie in der Zahnmedizin basiert auf künstlichen Zahnwurzeln (meist in schraubenförmigem Design), die in den Kieferknochen mit unterschiedlichen Verfahren eingebracht werden. Nach dem biologischen Grundsatz der Knocheneinheilung (Osseointegration) sollen diese Zahnimplantate fest in Ihrem Kieferknochen einwachsen. Nach der Einheilungsphase wird ein Aufbau in das Implantat eingesetzt und verschraubt. Dieser wird der Kontur des umliegenden Weichgewebes individuell angepasst.
Implantat und Aufbau bieten dann die stabile Basis für die Verankerung von Kronen, Brücken oder herausnehmbarem Zahnersatz. Ein Zahnimplantat besteht in der Regel aus Titan, ein in der Medizin (vor allem in der chirurgischen Orthopädie) seit sehr langer Zeit bewährtes Material. Das Mikrorelief der Oberflächenstrukturen moderner Implantate ermöglichen eine verbesserte Stabilität und ein Anwachsen von Knochenzellen an die Implantatoberfläche. Nach dem Verlust eines Zahnes beginnt nach einiger Zeit der Abbau der umliegenden Knochen und Weichgewebsstrukturen. Die Nachbarzähne werden dann nicht mehr abgestützt und können sich verschieben. Konventioneller Zahnersatz muss auf die vorhandenen Zähne oder dem Kieferkamm abgestützt werden.
Dies führt zu einer stärkeren Belastung der Restzähne und des zahnlosen Kieferknochens – weiterer Knochenabbau (Atrophie) ist die Folge. Da für eine konventionelle Lösung ohne Zahnimplantate immer noch das Abschleifen gesunder Zahnsubstanz notwendig ist, stellt die Versorgung mit “neuen Zahnwurzeln” für viele Patienten die bessere Alternative dar. Durch die funktionelle Krafteinwirkung über Implantate kann ein Rückgang des Kieferkamms gestoppt und die Qualität des umgebenden Knochens verbessert werden. Auch parodontal vorgeschädigte Nachbarzähne werden durch eine Umverteilung der Krafteinwirkung auf Ihre neu gewonnenen Pfeiler entlastet. Bereits gelockerte Zähne können durch diesen Effekt geschont und wieder stabilisiert werden. Neben diesen funktionellen Gründen sprechen auch die Vorteile in Hinsicht auf Ästhetik und bessere Pflegemöglichkeiten für die Variante, fehlende Zähne durch Implantate zu ersetzen.
Die Möglichkeiten
Ist ein Zahnverlust eingetreten, so ist mit den verbesserten Möglichkeiten in Chirurgie und Prothetik der Einsatz von Zahnimplantaten prinzipiell an fast jeder Stelle in der Mundhöhle möglich und sinnvoll. Der Ersatz eines einzelnen Zahnes durch ein Implantat ist sicherlich die eleganteste Art, einen kosmetisch unauffälligen Lückenschluss zu erzielen, zumal ein Abschleifen der Nachbarzähne für eine alternative Brückenversorgung auf diese Art verhindert wird. Fehlen mehrere Zähne auf einer Kieferseite oder innerhalb der Zahnreihe, ist mit den konventionellen Möglichkeiten prothetischer Ersatz nur mit Zahnbrücken oder gar einer herausnehmbaren Prothese denkbar. Durch den Einsatz von Implantaten kann dabei nicht nur auf das oftmals unnötige und traumatische Beschleifen der Zähne verzichtet, sondern auch in zahnlosen Regionen wieder fester Zahnersatz möglich werden. Nach einer Vorabsimulation der idealen Implantatposition können die Zahnimplantate an der prothetisch sinnvollsten Stelle geplant werden.
Ist die Anzahl der Restzähne stark reduziert, können zusätzliche Implantate auch in dieser Situation den Einsatz fest eingegliederter und keramisch verblendeter Brücken ermöglichen. Schon vorgeschädigte Zähne können so stabilisiert und damit langfristig erhalten werden.
Im zahnlosen Ober- oder Unterkiefer gibt es verschiedene Lösungen. Je nach Wunsch und Aufwand können ein bedingt herausnehmbarer Zahnersatz mit Teleskopen, eine mit Riegeln verankerte Konstruktion oder gar fest sitzende Brücken geplant werden. Herausnehmbare Vollprothesen mit Ihren Nachteilen in Halt und Funktion können mit dem Einsatz von nur vier Implantaten wieder stabiler am Kiefer verankert werden. Dies gibt wieder Sicherheit im täglichen Leben und macht ein nächtliches Herausnehmen der Prothesen unnötig.
Welche Möglichkeiten und Alternativen für Sie in Frage kommen, werden wir Ihnen in einem persönlichen Beratungsgespräch gerne ausführlich erläutern.
Die Voraussetzungen
Ist das Körperwachstum abgeschlossen und liegen keine gravierenden allgemeinen Grunderkrankungen vor, kann jeder verloren gegangene Zahn auch bis ins hohe Alter durch ein Zahnimplantat ersetzt werden.
Grundlegende Voraussetzungen sind ausreichende kieferanatomische Verhältnisse und Ihre Bereitschaft zur Mitarbeit. Wünschen Sie eine implantologische Versorgung, sollten die Restzähne durch eine eventuell notwendige Therapie der Zahnsubstanz (Karies) und/oder des Zahnhalteapparates (Parodontitis) vorbehandelt sein. Zu einer sorgfältigen Planung gehört neben einer gründlichen Untersuchung Ihrer Mundhöhle auch eine röntgenologische Auswertung mittels einer Übersichtsaufnahme (Orthopantomogramm).
Je nach Ausgangssituation kann zusaetzlich eine mikrobiologische Untersuchung des individuellen Keimspektrums hilfreich sein. In seltenen Fällen bedarf es einer weiterführenden Diagnostik mittels eines Computertomogramms. Diese Daten können dann bei Bedarf auch zur computergestützten Implantation (Navigation) genutzt werden.
Das Vorgehen
Eine Implantation ist keine schmerzhafte Operation. Der Eingriff ist mit einer umfangreicheren Zahnbehandlung vergleichbar. Durch den Einsatz minimalinvasiver Techniken (z.B. Knochenregeneration ohne große traumatische Eingriffe der Knochengewinnung) und mikrochirurgischer Operationsmethoden (z.B. gewebeschonende Instrumente) kann die Implantation möglichst schonend durchgeführt werden. Die Dauer dieses Eingriffs bewegt sich je nach Aufwand zwischen 30 und 90 Minuten.
In besonderen Fällen ist es möglich, das Implantat sofort mit einer provisorischen Krone zu versorgen. Im Regelfall erfolgt die prothetische Versorgung jedoch erst nach einer den Verhältnissen angepassten Einheilphase. Diese beträgt zwischen sechs Wochen bis hin zu sechs Monaten. In diesem Zeitraum ist es wichtig, dass Sie Ihre Ernährung und Mundhygiene den Umständen anpassen. Auf Nikotin sollte in der ersten Zeit möglichst verzichtet werden. Der Eingriff kann auf Wunsch auch in Dämmerschlaf oder Vollnarkose durchgeführt werden. Wie immer Sie sich auch entscheiden – durch unser Konzept müssen Sie die Praxis nach der Operation nie “ohne Zähne” verlassen.
Die Knochen- und Weichgewebsregeneration
Durch fortschreitenden natürlichen Knochenrückgang (Atrophie) oder Entzündungsprozesse (z. B. Parodontitis) wird sich der zur Verfügung stehende Knochen zunehmend reduzieren. Mit den Methoden der Knochenregeneration kann auch bei fehlender Höhe und/oder Breite des Kieferknochens wieder ein ausreichendes Volumen an vitalem Eigenknochen gewonnen werden. In vielen Fällen reicht der kombinierte Einsatz von Regenerationsmaterialien (z.B. Knochengranulat und Membranfolien) und atraumatisch gewonnenem Kieferknochen zur Knochenneubildung aus. Diese innovativen Techniken sind wissenschaftlich anerkannt und ausreichend untersucht. Im Oberkiefer kann bei starker Ausdehnung der Kieferhöhlen mit der sogenannten Sinuslift-Technik natürlicher Knochen als Basis für implantatverankerte Zahnkronen geschaffen werden.
Abhängig von der Restknochenhöhe können die hierzu nötigen Implantate dann entweder gleich während der Sinuslift-Operation oder erst nach einer Abheilphase von ca. sechs Monaten eingesetzt werden.
Liegen ausgedehnte dreidimensionale Knochendefekte, zum Beispiel durch einen Unfall oder aufgrund großer Entzündungsprozesse (z.B. Kieferzysten) vor, so kann die Transplantation eigenen Knochens notwendig sein. Das Knochentransplantat wird dann in den meisten Fällen aus dem eigenen Kieferknochen entnommen, die Entnahmestelle heilt ohne nachteilige Einflüsse ab.
Ist zusaetzlich auch ein Defizit im Weichgewebe (Zahnfleischverlust) entstanden, bieten verschiedene Techniken der plastisch-ästhetischen Zahnfleischchirurgie Möglichkeiten der Verbesserung in Ästhetik und Funktion an. Bei all diesen Eingriffen stützt sich das Vorgehen neben der Ausbildung und Erfahrung des Spezialisten auch auf die ständige Integration der Ergebnisse neuester wissenschaftlicher Untersuchungen und Forschungen.
Die Zahntechnik
Nach einer korrekten Planung und Durchführung der Implantation ist die zahntechnische Gestaltung der Implantatüberkonstruktion maßgeblich für das ästhetische Ergebnis und einer langen Haltbarkeit verantwortlich. Mit neuen Technologien in der Zahntechnik (z.B. Galvanoforming) können spannungsfreie Gerüste für eine biologisch-anatomische Form Ihrer Zähne konstruiert werden.
Durch den Einsatz hochwertiger Keramiken können Farb- und Lichteffekte eines natürlichen Zahnes simuliert werden. Eine individuelle Bestimmung der anatomischen Lagebeziehung der Kiefer zueinander und ihrer Relation zum Kiefergelenk mittels spezieller Übertragungssysteme gehört aus funktionellen Gründen zur prothetischen Behandlung. Diese verhindert neben einer Überbeanspruchung Ihres natürlichen Kausystems eine Fehlbelastung der eingesetzten Implantate – ein wichtiger Faktor für den Kaukomfort und den langfristigen Erhalt Ihrer neuen Zähne! Da der individuelle Aufwand bei der Gestaltung eines implantatgetragenen Zahnersatzes stark variiert, ist der Kostenaufwand nicht pauschal anzugeben.
Die Kosten
Die zahnärztliche Implantation ist ein besonderes Verfahren, welches zu Ihrer Sicherheit neben den besonderen Kenntnissen und Erfahrung des Spezialisten auch einen erhöhten Bedarf an personellem und apparativem Aufwand erfordert. Zur Orientierung kann man für den kompletten Ersatz eines Zahnes mit einer Investition von ca. 1800 bis 2100 Euro rechnen. In komplexeren Fällen, beispielsweise beim Einsatz knochenregenerativer Verfahren, kann sich dieser Betrag je nach Aufwand erhöhen. Obwohl die Implantation fast immer die sinnvollste Therapie darstellt, werden die Kosten hierfür von der gesetzlichen Versicherung nur in sehr seltenen Ausnahmefällen übernommen, und dann auch nur zu einem geringen Betrag.
Bei einer privaten Versicherung bemisst sich der Anteil am gewählten Vertragstarif. In der Regel werden anteilig die im Rahmen der notwendigen Behandlung erforderlichen Kosten übernommen. Vor Beginn der Behandlung wird Ihnen ein detaillierter Kostenplan erstellt. Erstaunlicherweise stellt sich nach mehreren Jahren oft heraus, dass eine Versorgung mit Zahnimplantaten durchaus die kostengünstigere Behandlungsmethode darstellt. Aus der Sicht vieler bereits erfolgreich behandelter Patienten ist dies eine lohnende Investition in ihre Gesundheit.
Die Haltbarkeit und Pflege
Die Haltbarkeit der Implantate hängt in hohem Masse auch von Ihrer Mitarbeit und Pflege ab. Die für eine optimale Reinigung notwendigen Hilfsmittel (z.B. Zwischenraumbürste, Spezialzahnseide) werden Ihnen von Ihrem Zahnarzt und seinem Team genau erläutert. Die negativen Einflüsse von Nikotin sind wissenschaftlich erwiesen und sollten bei der Planung und Durchführung der Behandlung berücksichtigt werden. Bei regelmäßiger Kontrolle durch Ihren Zahnarzt oder Implantologen können entstehende Probleme rechtzeitig erkannt und behoben werden.
Sollte ein Implantat durch einen Entzündungsprozess dennoch in der Zukunft verloren gehen, so kann mit Hilfe knochenregenerativer Verfahren in der Regel wieder ein Implantat gesetzt werden. Aufgrund weitergehender Entwicklungen in der Implantattechnologie können Erfolgsraten von ca. 97 % nach fünf Jahren und ca. 95 % nach zehn Jahren statistisch beobachtet werden. Mit diesen Erkenntnissen ist es durchaus möglich, dass Ihnen Ihre neuen implantatverankerten Zähne über 20 Jahre und länger Sicherheit durch Halt und Komfort bieten.
Die gewonnene Lebensqualität
Herzlichen Glückwunsch!
Sie sind bereits einen wichtigen Schritt gegangen und haben sich informiert. Doch neben allen rationalen Erwägungen für einen Zahnersatz mit Implantaten, ist der Erfolg dieser Methode in einem einfachen aber entscheidenden Gefühl emotional begründet: Dem Gewinn an Lebensqualität!
Erfahrene Spezialisten helfen Ihnen bei der weiteren Entscheidung des für Sie möglichen und sinnvollen Vorgehens. Ihre Überzeugung und das persönliche Vertrauen in Ihr Behandlerteam sind die ideale Grundlage. Wir werden uns gerne Ihrer individuellen Bedürfnisse annehmen



