Gentech-Mundwasser gegen Karies

Richard Hansen vom Center for Advanced Dentistry in Fullerton, Kalifornien, hat eine Laserbehandlungs-Methode entwickelt, die zukünftig schmerzhaftes Bohren bei Wurzelbehandlungen ersetzen könnte.
“Dabei werde das erkrankte Nervengewebe zerstört, der gesunde Nerv bleibe aber erhalten”, so der Zahnarzt. Selbst eine Lokalanästhesie könnte dem Patienten, wenn dieser nicht ohnehin schon an Zahnschmerzen leidet, erspart bleiben. In den USA werden jährlich rund 20 Mio. Wurzelbehandlungen durchgeführt, so ein Bericht im New Scientist.

Boston/London – Wissenschaftler der Universität von Florida haben ein neues gentechnisch-verändertes Mundwasser entwickelt, das nach einer einmaligen fünfminütigen Spülung das Problem der Mundfäule ein für alle Mal verschwinden lässt. Die Mundspülung wurde beim Treffen der amerikanischen Wissenschaftsorganisation AAAS http://www.aaas.org in Boston vorgestellt, berichtet BBC-online.

Mundfäule entsteht nicht durch Zucker, sondern durch Bakterien, die im Mund leben und den Zucker in Milchsäure umwandeln. Diese greift den Zahnschmelz an und verursacht in weiterer Folge Karies. Jeffrey Hillman, Mikrobiologe von der Universität von Florida http://www.ufl.edu hat das Bakterium Streptococcus mutans so verändert, dass es keine Milchsäure mehr bildet. Daher kann es auch keine Mundfäule bilden. In Tierversuchen gelang es dem Forscher, das genetisch veränderte Bakterium im Mundraum anzusiedeln.

“Selbst bei hohem Zuckerkonsum bildeten sich im Mundraum von Ratten nach Verabreichung der genetisch veränderten Mundbakterien keine Anzeichen von Mundfäule. Vielmehr half der Zucker zur Ansiedlung der neuen Bakterien”, berichtet Hillman. “Das neuentwickelte Bakterium sei genetisch sicher, stabil und stelle keinerlei Gesundheitsrisiko dar”, so der Wissenschaftler, der sich seit rund 25 Jahren mit der Erforschung des Problems beschäftigt. “Das bringt uns einen Schritt näher in die Richtung, dass Menschen nicht mehr an Zahnfäule leiden”, so Dennis Mangan, Vorsitzender des Infectious Diseases and Immunity Branch beim National Institute of Dental and Craniofacial Research.

“Die Zahnbürste wird das neue Mundwasser aber niemals ersetzen, denn der Zahnbelag muss von den Zähnen weiterhin entfernt werden”, so Mangan. Bereits Ende diesen Jahres soll das Produkt in Europa und den USA klinisch getestet werden. Das Mundwasser soll weniger als 200 Euro kosten.

Quelle: http://www.ufl.edu

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